NLP

Neuro-Linguistisches Programmieren (NLP) –  Denk- und Verhaltensweisen analysieren und verändern

Das Neuro-Linguistische Programmieren ist eine der bekanntesten und effektivsten Techniken – sowohl für eine erfolgreiche Kommunikation im Business, als auch für die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit. Mit NLP lassen sich Denk- und Verhaltensweisen analysieren und in erwünschte Richtungen lenken. Sogar sehr alte Muster, tiefsitzende Gefühle lassen sich positiv beeinflussen und seelische Belastungen mindern. Dazu zwei Beispiele aus der Praxis.

Ein Gefühl von Unsicherheit, das Frau M. in bestimmten Situationen überfällt, hindert sie daran, das zu tun, was sie für richtig hält. Weil der Leidensdruck immer größer wird, hat sie sich bezüglich eines Coachings an eine NLP-Trainerin gewandt. Frau M. will „das Gefühl weghaben“. Was ihr die Trainerin erklärt, leuchtet ihr ein: „Wenn Sie ein bestimmtes Gefühl oder Verhalten einfach loswerden möchten, richten Sie sich gegen einen Teil von Ihnen selbst. Ich biete Ihnen an, gemeinsam die Ursache für diese Reaktion zu finden. Diese kann unter Umständen schon weit zurückliegen. Sie werden die wunderbare Erfahrung machen, dass tatsächlich eine positive Absicht hinter diesem Verhalten liegt, die es zu erkennen gilt. Sie können das Gefühl oder Verhalten danach besser akzeptieren. Dies ist eine wichtige Voraussetzung, um dann ohne Widerstände nach anderen, alternativen Möglichkeiten zu suchen.“ Das klingt ungewohnt, aber nachvollziehbar. Und tatsächlich, bereits nach einer Sitzung, in der sie ihre Problematik aus einem völlig neuen Blickwinkel angeht, entwickelt Frau M. Ideen, in den besagten Situationen mal „etwas anders zu machen“. Sie probiert sie aus und ist selbst überrascht, dass die funktionieren. Jetzt ist es an ihr, diese zu trainieren, damit sie sich verfestigen.

 Herr K. kommt mit einem anderen Anliegen. In seiner Abteilung kriselt es seit geraumer Zeit. Er meint zu wissen, wer der Grund für die Störungen ist, doch sein Kontakt mit dem besagten Mitarbeiter gestaltet sich schwierig. Was tun? Gemeinsam mit der Trainerin findet er zunächst die Gründe für sein eigenes Verhalten heraus und entwickelt neue Wege der Kommunikation. Mit weiteren Techniken bereitet er das anstehende Gespräch gründlich vor, spielt mögliche Konfliktpunkte durch und lernt, sich in die unterschiedlichen Positionen hineinzuversetzen. „Zum Schluss“, so die NLP-Trainerin, „möchte ich Sie bitten, sich eine Situation in Erinnerung zu rufen, in der Sie sich als sehr erfolgreich erlebt haben. Das darf auch lange her sein.“ Herr K. braucht einen Moment zur Erinnerung. Unterstützt durch eine leichte Trance gelingt es ihm, das positive Erlebnis intensiv wieder zu erleben, und die Trainerin zeigt ihm, wie er diese gute Erfahrung als Ressource jederzeit wieder aufrufen kann. In der Fachsprache ausgedrückt: Sie ankert die positive Erinnerung. Seine Kollegen haben rückblickend festgestellt, dass Herr K. „irgendwie anders“ agiert hat, und das hat erste Veränderungen im Team bewirkt.

 Schon lange ist bekannt, dass NLP die Leistung von Mitarbeitern und Führungskräften deutlich steigern kann. Daher sind NLP-Formate längst Bestandteil zahlreicher Coaching- und Beraterausbildungen. Ihr  Einsatz  bei der Bewältigung persönlicher Krisen, der Freisetzung von Ressourcen und Fähigkeiten sowie in Veränderungsprozessen von Einzelpersonen und in der Wirtschaft ist kein Geheimnis mehr.

Auch bei der Entwicklung der eigenen Persönlichkeit bietet NLP teils sehr schnelle und nachhaltige Methoden, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen darüber basieren, wie unser Gehirn Informationen aufnimmt und verarbeitet. Diesen Prozess kann jeder Mensch positiv beeinflussen.

 Bei der Wahl eines geeigneten NLP-Trainers empfiehlt es sich, sich für ein Mitglied eines entsprechenden Fachverbandes wie beispielsweise dem DVNLP zu entscheiden. Die Mitglieder sind qualifiziert ausgebildet und verpflichten sich zu kontinuierlicher Weiterbildung, zu Schweigepflicht und zu einem wertschätzenden Umgang „auf Augenhöhe“. Bei ihnen wird jeder seinem Anliegen entsprechend professionell und in einem geschützten Rahmen begleitet.

 iovado Ausgabe 3/2017 Autorin: Claudia Stenner, NLP-Trainerin (DVNLP), Personal-, Team- und SystemCoach, Erwitte

 Weiterführende Informationen

„WARUM NLP?                                                                                                                        Mit anderen Coaching Elementen kann ich mit  Klienten Zielarbeit machen, kann sie mit kleinen,  effektiven Formaten in einen besseren, ressourcenreicheren Zustand bringen – für eine gewisse Zeit zu einem bestimmten Thema/Kontext.

NLP ist größer – ist Wachstum und Befreiung, Selbst-Bewusst-Sein, Versöhnung mit der Vergangenheit. Für mich und die, die meine Unterstützung suchen.

Weniger nicht.“

Wer bin „ich“? Ich bin die Summe meiner Vergangenheit, meiner Erfahrungen, meiner (frühkindlichen) Prägungen und meiner guten und weniger guten Glaubenssätze…. Und da hat jeder andere Voraussetzungen.   Die meisten Abläufe geschehen unbewusst. Oftmals weiß ich nicht mal, warum es mir sch… geht. warum ich so denke oder fühle, warum ich etwas tue oder lasse,  Oder warum ich an einem bestimmten Thema, sei es nun beruflich oder privat, regelmäßig scheitere?

Und wenn ich dann bewusst bin, und ein Verständnis für diese Verstrickungen habe, was hilft mir das, wie gehe ich dann damit um?

Mir hilft kein noch so klar definiertes Ziel, wenn hinderliche und häufig unbewusste zum Teil sehr alte  Glaubenssätze mein Denken und Fühlen unbewusst lenken.

Core-Transformation – die positive Absicht

Die Core-Transformation, entwickelt von Connirae Andreas in Kooperation mit ihrer Schwester Tamara, arbeitet mit und verwandelt (transformiert) ungeliebte Verhaltensweisen, Gefühle und Reaktionen, die wir gemeinhin als „Problem“ betiteln – und behandeln! Eine Art und Weise, zu fühlen und zu reagieren, die wir gewöhnlich vor uns selbst zu leugnen, unterdrücken oder möglichst zu verdrängen suchen

(Beispiel: „Es gibt Situationen, das hasse ich mich selbst“ oder „…da werde ich furchtbar jähzornig“.)

In Anlehnung an das Teile-Modell des NLP reden wir auch von ungeliebten Anteilen, die für besagte Gefühle und Reaktionen verantwortlich sind, und die ihre Entstehung häufig in der frühen Kindheit (empfindliches Alter bis zum ca. 7. Lebensjahr) haben.

Doch auch Erlebnísse in der Jugend und im Erwachsenenalter, verbunden mit Gefühlen der Hilflosigkeit, des Ausgeliefertseins (Traumata) oder auch „nur“ der Herabsetzung können ungeliebte negative Empfindungen und Verhaltensweisen zur Folge haben, die zum damaligen Zeitpunkt entstanden sind und – ganz wichtig – damals für uns auch Sinn machten, eine wichtige Funktion (z.B. Abgrenzung, Schutz) erfüllten!

Heute sind wir erwachsen, die (auslösende Situation) haben wir i.d. Regel weit hinter uns gelassen, die ungeliebte Reaktion jedoch, ob wir sie nun Anteil nennen oder Aspekte, Charakterzüge läuft nach wie vor ab. Wir haben sie fest im Speicher unseres Unbewussten und haben sie nicht unter Kontrolle. Wir wollen sie nicht, werden sie aber auch nicht los.

Diese Anteile zu identifizieren, als einen Teil von mir zu akzeptieren und zu transformieren ist Ziel des Formates. Die Akzeptanz dieser Verhaltensweise ein wesentlicher Faktor des Prozesses, würde ich doch sonst ununterbrochen mich selbst bekämpfen oder einen Teil meiner Selbst zu ignorieren oder unterdrücken versuchen!

Gelingt mir die Akzeptanz, komme ich in direkten auch körperlichen Kontakt mit diesem Gefühl und es wird mir seine „positive Absicht“ offenbaren. Es wird mir auf unterschiedliche Arten zeigen, was es für mich früher schon Positives erreichen und sicherstellen wollte (damals also funktional) und auch heute noch auf seine für mich unerwünschte Ausdrucksart Positives für mich sicherstellen will (heute eher dysfunktional).

Letztendlich  – so die Grundannahme – drängen alle unsere Anteile, Wesenszüge  dahin, einen bestimmten tiefen inneren Gefühls-zustand zu erreichen. Diese Gefühlszustände, Core-Zustände, die Corinnae Andreas lediglich zur Vereinfachung in  5 Kategorien einteilt, sind im Grunde mit Worten schwer zu beschreiben, sie werden eher gefühlt und erfahren.

(C. Andreas beschreibt die Erfahrungen, das Empfinden ihrer Klienten zu  fünf Kategorien/Clustern verschiedener Seins-Zustände: 1. Ruhen im Sein, 2. Innerer Friede, 3. Liebe, 4. Okay-Sein, 5. Eins-sein).

Wodurch geschieht der Wandel?

Durch wiederholte Befragung nach seiner positiven Absicht gelangt unser Anteil (über Erinnerungen, Bilder, Farben, Klänge, Worte – Wege, durch die unser Unbewusstes sich mitteilt und ehemals gespeicherte Informationen freigibt – ) tiefer und tiefer, hin zum eigentlichen Kern und „seinem“ angestrebten tiefen Gefühl, das dann intensiv, mit allen Sinnen erlebt und erfahren wird (vakog). Dies Erleben transformiert, wandelt, bereichert alle zuvor durchlaufenden Stationen. Alles das, was dieser Anteil als für uns positiven Zweck offen gelegt hat, wird von diesem Gefühlserleben gewandelt und bereichert bis hin zu dem ursprünglichen Verhalten selbst.

Das vormals ungeliebte Verhalten bekommt unter Einfluss und im Erleben des Core-Zustands häufig eine völlig neue Bedeutung und Tragweite, zumindest aber andere Perspektiven und eine andere Qualität.

In ihrem Buch „Der Weg zur inneren Quelle“ beschreibt eine Klientin Andreas’ ihren Wandel so: „ Ich weiß nicht genau, was dies bedeutet. Ich weiß auch nicht, was ich tun werde. Klar ist jedoch, dass ich mich nicht mehr auf die Weise meinen Ideen verhaftet fühle wie vorher. Ich bemerkte sofort, dass ich ….eine Offenheit empfand, die mir neu war.“

Die tief greifende Wirkung liegt meines Erachtens auch hier  in der im NLP so oft beschriebenen Wahlmöglichkeit. Der Anteil, dessen Ursprung uns nach vollständig durchlaufener Core-Transformation  wieder präsent ist, wird nicht  (mehr)  bekämpft oder verdrängt, sondern angenommen und verwandelt. Wir haben weiterhin die Wahl uns genau so zu verhalten wie zuvor, doch jetzt, da wir (besagter Teil) die Alternative kennen und den von diesem Verhalten tatsächlich angestrebten Zustand erleben durften, steht es uns frei, in einer entsprechenden Situation sehr schnell, bestenfalls sogar unwillkürlich direkt in diesen Zustand einzutreten anstatt den „Umweg“ über das unwillkommene Verhalten zu nehmen. Auch hier gilt, wie so oft: Übung macht den Meister. Wiederholtes Durchlaufen der Core-Transformation mit demselben oder einem anderen Anliegen, das wir als Last empfinden, führt zu einem noch besseren Verständnis des Wirkmechanismus und zu noch tieferem Erleben.

Und, das Beispiel der oben genannten Klientin zeigt, dieser Prozess wirkt im Unbewussten weiter. Die Wirkung schwankt von sofortiger tief empfundener Veränderung bis hin zu einer ganz sanften, beinahe unbewussten fortschreitenden positiven Veränderung im Alltag. Veränderung in Situationen, in denen sonst das unwill-kommene Verhalten aufgetreten ist, aber oftmals auch darüber hinaus in vielen damit korrespondierenden oder ähnlichen Situationen. Eine Befreiung von Zwangsgedanken oder zwang-haftem Verhalten/zwanghaften Gefühlen, denen sich die betreffen-den Person jahrelang hilflos ausgeliefert sah.

RE-IMPRINTING                                                                                                             Reimprinting befasst sich mit vergangenen Ereignissen, da wir davon ausgehen, dass viele Verhaltensweisen ihren Ursprung in früh(kindlich)en Erlebnissen haben. (Siehe auch  „Core Transfor-mation“, ungeliebte Anteile).

Wir können ein Ereignis in der Vergangenheit nicht ändern. Doch wir arbeiten hier an der Wahrnehmung des Erlebten, an den Gedanken über das Ereignis und den daraus resultierenden Gefühlen. Auch hier ist wieder der Grundgedanke, dass unsere Wahrnehmung unsere „Wahrheit“ konstruiert.

Glaubenssätze, die auf diese Weise in der Vergangenheit entstanden sind, werden bewusst gemacht und verändert. Es entstehen auch hier Wahlmöglichkeiten, auf verschiedene Weise über das Erlebte zu denken und damit auch zu fühlen.

Bei der Arbeit „in der Vergangenheit“ beispielsweise über eine „Timeline“ geben wir Ressourcen, die heute zur Verfügung stehen, in die Situation hinein und stärken und bereichern so das jüngere Ich in der Vergangenheit. Wir stärken aber auch – und das macht dieses Format ganz besonders – durch Ressourcen und Erfahrungen die Menschen, die an der Situation mit beteiligt waren (significant others) und „spielen“ ein stückweit damit, inwieweit die Situation dann anders – positiv und stärkend – verlaufen wäre.

Durch die Ressourcen und Erfahrungen der Gegenwart gestärkt, mit dem Wissen, dass „alles gut ausgeht“ entwickelt das jüngere Ich praktisch nebenbei auch ein Verständnis für das Handeln der anderen.

Das ReImprinting ist eine Erweiterung der Core-Transformation. Der in der Gegenwart erarbeitete tiefe Gefühlszustand (Core-Zustand), die positive Absicht, wird als Ressource mit allen Sinnen zu dem jüngeren Ich in der Vergangenheit getragen und bereichert und transformiert auch dort das Erleben: ein neues Gefühl, eine andere Wahrheit „wächst auf“ und wird mit in die Gegenwart (und Zukunft) genommen.

Wir arbeiten mit positiven Bildern, und unser Gehirn unterscheidet nicht zwischen wahr und unwahr – das ist ein Teil des Geheimnisses.